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Donnerstag, 03.12.2020 um 19:00 Uhr

Zoom-Konferenz

Referent: RA Dr. Bernd Wagner, Hamburg

Ende der 1990-er Jahre kam das Thema der Konfliktverteidigung im Kontext der Bekämpfung langer Verfahrensdauer auch im wissenschaftlichen Kontext auf. Das Phänomen einer engagierten Verteidigung,  die formal korrekt und im Rahmen des Standesrechts geführt wird, „sich aber dem traditionellen Ziel des Strafprozesses, der Wahrheitsfindung in einem prozessordnungsgemäßen Verfahren, nicht mehr verpflichtet fühlt und die durch die Strafprozessordnung gewährleisteten Verfahrensrechte in einer Weise nutzt, die mit der Wahrnehmung ihrer Aufgabe, den Angeklagten vor einem materiellen Fehlurteil oder (auch nur) einem prozessordnungswidrigen Verfahren zu schützen, nicht mehr zu erklären ist“ wurde seither in Rechtsprechung und Gesetzgebung thematisiert. Meist ging es darum, Antrags- und Beteiligungsrechte von Beschuldigten zu begrenzen (vgl. BGH NStZ 2005, 341 m. w. N.; BVerfG NStZ 1997, 35; 2004, 259, 260). Den aktuellen Stand der Dinge kann man in der Entscheidung des OLG Koblenz vom 04.12.2017 (2 Ws 406 -419/17) nachlesen. Oder -wenn man so will- im Gesetz zur Modernisierung des Strafverfahrens vom 10.12.2019.

Die Veranstaltung beleuchtet vor diesem Hintergrund die Frage, wie Strafverteidigung darauf reagieren kann, wenn Vorsitzende nicht mehr auf den Inhalt und das Anliegen von Verteidigung reagieren, sondern mit vorgefertigten Beschlussmustern wegverwalten. Es geht um die Reaktion auf eine Verhandlungsleitung, die Formulare und Muster benutzt, um angebliche Konfliktverteidigung oder Verteidigung ganz allgemein zu verhindern oder mindestens zu behindern.

Anhand praktischer Fälle wird das Symptom beschrieben, in konkreten Beispielen werden die hinter den in der Praxis verwendeten Handlungsanleitungen versteckten Konzepte entlarvt und es werden Strategien zum Umgang mit einer aus den Fugen geratenen Verhandlungsleitung vorgeschlagen.

Wir freuen uns auf Ihre und eure rege Teilnahme!

 

Den Einwahl-Link haben wir per E-Mail verschickt und kann bei Bedarf gesondert unter info@strafverteidiger-bayern.de angefordert werden.

Wir erteilen bei durchgängiger Online-Anwesenheit auch wieder einen FAO-Nachweis. Die Anwesenheitskontrolle erfolgt dadurch, dass der Referent hin und wieder um ein Lebenszeichen im Begleitchat bitten wird. Geplant ist eine Veranstaltungsdauer von 1,5-2 Stunden.“

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