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Nachruf auf Hartmut Wächtler

An wenigen Orten verläuft die Trennlinie zwischen Bürger und Staat so deutlich wie vor den Strafgerichten.

Hartmut Wächtler stand immer an der Seite des Bürgers und der Bürgerin.

Er war ein unbeirrter Kämpfer für die Rechte und Freiheit seiner Mandanten und Mandantinnen und damit für die Freiheit aller vor staatlicher Verfolgung. Als Gründungsmitglied unserer Initiative hat er die Strafverteidigervereinigungen und den Strafverteidigertag über Jahrzehnte geprägt.

Mit seinem Tod haben wir nicht nur einen hervorragenden Strafverteidiger sondern auch einen guten Freund und sehr geschätzten Kollegen verloren.

Hartmut Wächtler selbst schrieb über seine Aufgabe als Strafverteidiger:

„Ich habe meinen Beruf als Auftrag gesehen, widerständigen Minderheiten eine Möglichkeit zu geben, die Konfrontation mit der Justiz durchzustehen, ohne daran zu zerbrechen. Das eine ist, mit Inbrunst an einer Demonstration für eine gute Sache teilzunehmen, das andere Monate später mit den justiziellen Folgen konfrontiert zu werden. Die Demo macht man mit anderen, vor Gericht steht man allein. Verteidigung in politischen Strafsachen bedeutet deshalb auch, dieser Vereinzelung und Absonderung des früheren Demonstranten, jetzt Beschuldigten entgegenzuwirken. Das kann man, indem man Öffentlichkeit mitorganisiert, aber auch, indem man den Mandanten auf die Konfrontation mit der Justiz vorbereitet, ihn bestärkt, wenn er seine Motive vortragen will, ihn schützt, wenn Staatsanwalt und Richter ihm ins Wort fallen.“

In diesem Sinne werden wir Hartmut Wächtler in Erinnerung behalten.

https://strafverteidigertag.de/aktuell/zum-tod-von-hartmut-waechtler/

https://strafverteidigertag.de/gespraeche-ueber-strafverteidigung/

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